M&M LV-Unternehmensrating Ergebnis
(Bilanzjahrgänge 2004-2008)
Beim Abschluss einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung beschäftigt man sich zunächst einmal mit dem eigentlichen Versicherungsangebot. Welche Ziele will ich mit dem Abschluss der Versicherung verwirklichen? Benötige ich Zusatzbausteine und wenn ja, welche? Wie lange soll der Versicherungsvertrag laufen? Nachdem diese und ähnliche Fragen geklärt sind, prüft man sinnvollerweise, welche Versicherungsunternehmen hierfür geeignete Tarife im Angebot haben und welche dieser Angebote am besten geeignet erscheinen, den Versicherungsbedarf zu decken. Doch wie steht es um das Versicherungsunternehmen selbst? Wie groß ist es? Wie sicher? Agiert es erfolgreich am Kapitalmarkt? Verursacht es hohe oder niedrige Kosten? Bleiben ihm die Kunden treu oder kündigen sie ihre Verträge vorzeitig?
Auf diese und ähnliche Fragen geben die Geschäftsberichte der Versicherungsunternehmen Antworten - bislang leider nur dem ausgewiesenen Bilanzfachmann. Denn selbst bei profunden bilanzanalytischen Kenntnissen bringt der Blick in den Geschäftsbericht nur bedingt die gewünschten Erkenntnisse, da ein großer Teil der Informationen nicht direkt aus dem Geschäftsbericht gelesen werden kann, sondern erst durch Bildung von Kennzahlen Aussagen über Sachverhalte liefern. Darüber hinaus sind viele, wenn nicht sogar die meisten der Kennzahlen erst dann aussagefähig, wenn man sie sowohl im Zeitablauf als auch im Vergleich zu anderen Gesellschaften betrachtet.
MORGEN & MORGEN hat ein Bewertungssystem entwickelt, das diesem Informationsbedarf Rechnung trägt. Hierzu werden jährlich die Geschäftsberichte der vergangenen fünf Jahre praktisch aller deutscher Lebensversicherungsunternehmen ausgewertet, die zu diesem Zeitpunkt seit mindestens elf Jahren bestehen. Über 30 000 Daten werden zu diesem Zweck den Geschäftsberichten entnommen. Sie fließen - für jedes Unternehmen und für jedes Bilanzjahr des beobachteten 5-Jahres-Zeitraums - in neun Kennzahlen ein. Jede dieser neun Kennzahlen beleuchtet einen spezifischen Aspekt des Unternehmenserfolgs und der Unternehmensführung.
Nun ist eine Kennzahl für sich alleine noch nicht aussagekräftig. Erst der Vergleich zu allen anderen Unternehmen zeigt, ob der von einem Unternehmen erreichte Wert eher durchschnittlich ist oder in der einen oder anderen Richtung vom Durchschnitt abweicht. Deshalb werden die Kennzahlen im nächsten Schritt miteinander verglichen und mit Hilfe eines statistisch mathematischen Verfahrens ein Schema entwickelt, mit dem für jede Kennzahl jedes Unternehmens gemessen werden kann, ob und wie weit sie vom Durchschnitt aller untersuchten Unternehmen abweicht. Die dabei festgestellten Ergebnisse werden in eine Punkteskala übertragen. Für eine Kennzahl, die nicht stark vom Durchschnitt abweicht, werden drei Punkte vergeben, für stark nach oben oder unten abweichende Ergebnisse bis zu fünf bzw. bis zu einem Punkt.
Anschließend werden die Einzelergebnisse in den jeweiligen Kennzahlen zu einem Gesamtergebnis für jede Gesellschaft zusammengeführt. Dies trägt auch der Tatsache Rechnung, dass sich manche Kennzahlen gegenseitig bedingen und bei isolierter Betrachtung wenig aussagekräftig sind. Die Gesamtergebnisse wurden in einem Fünf-Sterne-Schema zusammengefasst, dem M&M LV-Unternehmensrating. Es wird regelmäßig in "Capital" und anderen Publikationen veröffentlicht.
Dem Versicherungsinteressenten gibt das Ratingergebnis einen Hinweis darauf, wie die bewertete Gesellschaft insgesamt zu beurteilen ist. Dabei ist zu beachten, dass jedes derartige Rating verfahrensbedingt subjektive Beurteilungselemente enthält. Neben der Auswahl der Kennzahlen und deren Gewichtung trifft der Ersteller eines Ratings an vielen Stellen Entscheidungen, die das Ergebnis beeinflussen.
Im Zuge der Beratung sollte das M&M LV-Unternehmensrating immer nur ein Aspekt bei der Auswahl der "richtigen" Versicherungsgesellschaft sein.
Erläuterung der neun bewerteten Unternehmenskennzahlen:
Nettoverzinsung
Bei der Nettoverzinsung werden sämtliche Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen berücksichtigt. In die Berechnung einbezogen sind somit auch Erträge und Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen sowie die Abschreibungen auf Wertpapiere. Diese Kennzahl kann daher relativ starken Schwankungen unterworfen sein. Die Berechnung der Nettoverzinsung erfolgt nach den Empfehlungen des LV-Verbandes.
Abschlusskosten in Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts
Abschlusskosten entstehen im Zusammenhang mit dem Neugeschäft. In der Regel sind die Kosten kalkulatorischer Bestandteil des Versicherungsprodukts, die der Versicherungsnehmer (zumindest teilweise) im Rahmen seiner Prämie trägt.
Verwaltungskosten in Prozent der gebuchten Bruttobeiträge
Diese Kostenquote beinhaltet die Kostenpositionen des Jahresabschlusses, die nicht unmittelbar dem Neugeschäft zuzuordnen sind. Hieraus lässt sich erkennen, wie hoch die Kostenbelastung in Relation zu den eingenommenen Beiträgen ist.
RfB-Quote
Der freien RfB (Rückstellung für Beitragsrückerstattung) kommt die Bedeutung einer Pufferfunktion zur Glättung der jährlichen Gewinnbeteiligung zu. Die freie RfB in Prozent der Deckungsrückstellung ist ein Indikator für die Höhe dieses „Puffers“ in Relation zur gesamten Deckungsrückstellung der Versicherten im Geschäftsjahr.
Überschussquote
Die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB in Prozent der gebuchten Bruttobeiträge und Nettoerträge aus Kapitalanlagen) gibt Aufschluss darüber, wie groß der Anteil der Erträge ist, der der Versichertengemeinschaft in Form von Überschüssen zugute kommt.
Wachstumsquote
Das Wachstum eines Versicherungsunternehmens wird hier an drei Größenpositionen gemessen: Entwicklung der Beiträge (50%), Entwicklung der Kapitalanlagen (25%) und Entwicklung der Versicherungssummen (25%).
Storno kapitalbildende Tarife
Das Storno erfasst die Verträge der kapitalbildenden Tarife (Kapital- und Rententarife), die vorzeitig - also vor Vertragsablauf - gekündigt oder beitragsfrei gestellt werden. Es lässt einen Rückschluss auf die Qualität der Beratung, der Tarife und der Vertriebswege zu.
mod. Eigenmittelquote
Die modifizierte Eigenmittelquote ist ein Maßstab dafür, in welchem Umfang ein Lebensversicherer Risiken durch die Eigenmittel Eigenkapital und Schlussüberschussanteil-Fonds (SÜAF) abdecken kann. Hierfür wird eine Quote gebildet, welche die Summe dieser beiden Eigenmittel der Deckungsrückstellung gegenüberstellt.
Bewertungsreserve
Die Reservequote zeigt, wie groß der Anteil der so genannten Stillen Reserven in Prozent der gesamten Kapitalanlagen zum Bilanzstichtag war. Die Stillen Reserven ergeben sich im Wesentlichen aus abgeschriebenen bzw. zum Niederstwert angesetzten Buchwerten (z. B. Grundstücke, Aktien und Investmentfondsanteile) gegenüber ihren zum Stichtag ermittelten und angesetzten Marktwerten. Die Bewertungsreserve wurde erstmals im Bilanzjahrgang 1997 in den Geschäftsberichten ausgewiesen. Seit dem Bilanzjahrgang 2007 sind auch die Stillen Reserven in den zu Nennwert bilanzierten Kapitalanlagen angabepflichtig und sind entsprechend integriert.
Das M&M LV-Unternehmensrating wird jeweils aktuell in führenden Wirtschaftsmagazinen und in der Fachpresse veröffentlicht.
Der MORGEN & MORGEN Belastungstest
Das M&M LV-Unternehmensrating auf Basis rein öffentlich zugänglicher Kennzahlen wurde ergänzt durch eine Untersuchung der vorhandenen Solvenzmittel der einzelnen Versicherungsunternehmen. Hierbei wird eine so genannte Sicherheitsquote der Unternehmen ermittelt
Hierzu untersucht MORGEN & MORGEN die Risiken der einzelnen Lebensversicherer, die aus den Verpflichtungen des Versicherungsbestands einerseits sowie der Kapitalanlagen andererseits resultieren. Deren gegenseitige Wechselwirkung ("Duration GAP") wurde in einem auf dem GDV-Modell zu Solvency II basierenden Verfahren analysiert und bewertet.
In diesem Verfahren werden jeweils ein Zinscrash und ein Aktiencrash simuliert. Das daraus entstandene benötigte Risikokapital wird dem verfügbaren Risikokapital gegenübergestellt und somit die Sicherheitsquote ermittelt. Werte von über 100% bedeuten, dass das Unternehmen im Krisenfall über das erforderliche Risikokapital verfügt und die Auswirkungen der Krise tragen kann.
Für diese Untersuchung liegen MORGEN & MORGEN von allen teilnehmenden Versicherern unternehmensspezifische Daten vor, die jedoch nicht immer vollständig publiziert werden. Anhand einer intensiven Analyse wurden die seitens der Versicherer angegebenen Durationen der Aktiv- und Passivseite verifiziert, um diese Durationen und damit das vorgeschlagene Verfahren sowie die berechneten Quoten vergleichbar zu machen, ein zentrales Anliegen an ein Rating-Verfahren.
Details zum Verfahren
In diesem Verfahren werden jeweils ein Zinscrash (-1,25%) und ein Aktiencrash (-20%) simuliert. Das daraus resultierende benötigte Risikokapital wird den verfügbaren Eigenmitteln des Unternehmens gegenübergestellt und somit eine Sicherheitsquote ermittelt. Für das vorhandene Kapital werden die Eigenmittel:
- Eigenkapital
- SÜAF
- Stille Reserven in den Kapitalanlagen (Aktiva)
- Freie RfB
- Nachrang- und Genussrechtskapital
berücksichtigt. Diese Daten werden den Bilanzen entnommen.
Darüber hinaus werden auch Stille Reserven in den Passiva herangezogen. Diese werden in einem dreistufigen Verfahren zu
Fall A: 100%
Fall B: 0%
berücksichtigt.
Bei dem M&M Belastungstest wird bewertet,
- ob die Sicherheitsquote (Fall A) überdurchschnittlich ist -> 1 Punkt.
- ob ohne Anrechnung der Passivreserven (Fall B) die Sicherheitsquote über einem bestimmten Sicherheitsniveau (Definition in Abhängigkeit des Medians) liegt -> 1 Punkt
- ob ohne Anrechnung der Passivreserven (Fall B) die Sicherheitsquote über 100% bleibt -> 1 Punkt
Damit ergeben sich folgende Bewertungen::
3 Punkte -> "ausgezeichnet"
2 Punkte -> "sehr gut"
1 Punkt -> "bestanden"
0 Punkte -> "kritisch"
“Nicht teilgenommen“
Für diese Untersuchung stellten alle teilnehmenden Versicherer unternehmensspezifische Daten zur Verfügung, die in dieser Form nicht vollständig publiziert werden. Gesellschaften, die nur unvollständige Daten lieferten oder die Lieferung ganz verweigerten, sind mit „nicht teilgenommen“ gekennzeichnet und potentiell kritisch zu sehen.
Wichtiger Hinweis
Die dargestellten Rating-Ergebnisse sind Eigentum von MORGEN & MORGEN. Die Einstellung dieser Arbeitsergebnisse ganz oder teilweise in das Internet sowie die Veröffentlichung und Weitergabe an Printmedien ist generell untersagt und bedarf der ausdrücklichen schriftlichen Zustimmung durch MORGEN & MORGEN. Ein Verstoß in diesem Zusammenhang wird gem. Ziff. 10. der MORGEN & MORGEN Allgemeinen Geschäftsbedingungen geahndet.
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Rating Gesamtergebnis
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Unternehmensratings - M&M Belastungstest 7.50 vom 22.10.2009
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LV-WIN Version 7.50 vom 22.10.2009
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